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17.08.25, 10:56
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#1
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Super Moderator
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Bedankt: 9.706
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Die Energiewende nimmt Fahrt auf, die Wirtschaftsministerin sucht die Bremse
Zitat:
Katherina Reiche
Die Energiewende nimmt Fahrt auf, die Wirtschaftsministerin sucht die Bremse
Eine Kolumne von [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
CDU-Ministerin Reiche hat einen Bericht zum künftigen Strombedarf in Auftrag gegeben. Es ist zu befürchten, dass sie sich nur Argumente liefern lassen will, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu verlangsamen.
17.08.2025, 10.54 Uhr

Bundeswirtschaftsministerin Reiche: Die Fehler der Vergangenheit sehenden Auges wiederholen Foto: Florian Gaertner / photothek.de / picture alliance
Die Tatsache, dass sich unsere Welt in einer Phase permanent beschleunigter Veränderung befindet, ist seit Jahren zentrales Thema dieser Kolumne. Dass es diese Beschleunigung gibt, weiß man im Prinzip auch im politischen Berlin. Darüber gesprochen wird aber in der Regel aus einer Haltung der Hilflosigkeit oder Überforderung heraus, besonders bei der Union: Mal war die »Datenautobahn« »heftig umstritten« (Helmut Kohl, 1994), mal war das Internet, mehr als 20 Jahre nach der Entwicklung des World Wide Web, »Neuland« (Angela Merkel, 2013). Alles geht immer irgendwie zu schnell.
Die Reaktion insbesondere unionsgeführter Regierungen der vergangenen Jahrzehnte war verlässlich die gleiche: erst mal bremsen (egal, ob die anderen das auch tun). Deutschland setzte auf Kupferkabel statt Glasfaser, das mobile Internet galt lange als etwas alberne Spielerei, das Smartphone auch. Die Digitalisierung der Verwaltung steht als Ziel in jedem Koalitionsvertrag. Immer wieder.
Beim Thema künstliche Intelligenz war es das Gleiche: spätestens mit dem Sieg von [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ] im Jahr 2016 hätte eigentlich klar sein müssen, dass gerade eine neue Ära der Technikgeschichte begonnen hat. Exemplarisch für die Bräsigkeit deutscher Regierungen im Umgang mit Transformationsprozessen war ein Satz des damaligen Wirtschaftsministers Peter Altmaier, gesprochen im Jahr 2018 bei einem der zahllosen, stets folgenlosen »Digitalgipfel«: Er freue sich auf eine Zukunft, [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ], in der ihm ein in Deutschland hergestellter Digitalbutler das Bier aus dem Kühlschrank hole. So stellen Unionsminister oft die Zukunft dar: wie die Vergangenheit, nur noch ein bisschen bequemer.
Im selben Jahr, als Altmaier das mit dem Bier sagte, vor sieben Jahren, erklärte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, man werde »Deutschland und Europa bei der [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]« machen. Kurz zuvor hatte die Bundesregierung »Eckpunkte für eine Strategie künstliche Intelligenz« vorgestellt, [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ] von einer anderen Merkelregierung vorgestellte »Digitalstrategie«. Immer schön langsam!
Milde lächelnde Tatenlosigkeit
Wie gut das funktioniert hat, ist bekannt. Geholfen hat die milde lächelnde Tatenlosigkeit im Angesicht einer globalen, beschleunigten Transformation jedenfalls nicht. Deutschland kann sehr schlecht mit Disruption umgehen, das ist eine Konstante der vergangenen Jahrzehnte: Huch, Computer! Huch, Digitalkameras! Huch, Internet! Huch, Smartphones! Huch, Computerspiele! Huch, KI! Aber zumindest war zu Merkels Zeiten noch die Bereitschaft erkennbar, die reale Veränderung als gegeben zu akzeptieren und zumindest so zu tun, als wolle man sie gestalten.
Unionsgeführte Regierungen reden immer viel von Strategie und Veränderungswillen und tun gleichzeitig möglichst viel dafür, den armen Deutschen die Veränderung möglichst lang vom Leib zu halten. Verbrenner retten! Gasheizung erhalten! Man versucht jetzt, das absolut unausweichliche Ende des Verbrennungsprozesses als zentraler Energiequelle zu ignorieren, zu vertagen, zu bremsen, zu verschieben. Das wird sich ebenso rächen wie bei den Themen Digitalisierung, Internet, künstliche Intelligenz. [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ].
Huch!
Huch, Elektroautos! [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]! Huch, Wärmepumpen! Huch, billiger Strom aus Sonne und Wind! Huch, China! Huch, exponentielles Wachstum!
Man kann gerade live beobachten, wie eine unionsgeführte Regierung erneut versucht, die Fehler der Vergangenheit sehenden Auges zu wiederholen. Die Parallelen sind verblüffend. Aber die [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ].
Konkret zeigt sich das an der Kommunikation der Wirtschaftsministerin: Katherina Reiche (CDU) hat in den ersten zehn Wochen ihrer Amtszeit zum Thema Energiewirtschaft [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ], die fossilen Geschäftsmodellen nutzen und Elektrifizierung und erneuerbaren Energien schaden sollen. Gas wird billiger, Strom bleibt teuer, Gasheizungen sollen so lang wie möglich weiterlaufen, der Vorrang für grünen Wasserstoff wird gekippt, in der Nordsee soll Gas gefördert werden, und Reiche will so viele Gaskraftwerke bauen lassen, dass die EU zweifellos intervenieren wird. Die deutschen Klimaziele stellte sie dafür infrage.
Ende August soll ein von Reiches Ministerium in Auftrag gegebener »Monitoringbericht« erscheinen. Er wurde dem Anschein nach mit einem sehr konkreten Ziel bestellt: den Ausbau der erneuerbaren Energien abzubremsen, weil der angeblich zu schnell gehe und damit zu hohe Kosten verursache. »Überzogen« hat Reiche diesen Ausbau schon einmal genannt, jetzt braucht sie Argumente dafür, dass sie damit recht hatte.
Mehr Zeug verbrennen
Der Spin jedenfalls scheint schon festzustehen, glauben Fachbeobachter: Der deutsche Strombedarf werde langsamer wachsen als prognostiziert, könnte demnach in dem »Monitoringbericht« stehen, deshalb benötige man auch weniger schnell noch mehr Erneuerbare. Stattdessen: Gaskraftwerke, »blauen« (aus Erdgas hergestelltem) Wasserstoff, gemächlichen Netzausbau.
Dazu muss man wissen: Unter vier unionsgeführten Regierungen wurden nur [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]. Und weite Teile des Netzausbaus sind ohnehin zwangsläufig erforderlich, ob mit oder ohne mehr Erneuerbare im Stromnetz. Elektromobilität, Wärmepumpen, Rechenzentren (Huch: KI!), und zunehmend auch elektrifizierte Industrieprozesse werden immer mehr Strom benötigen. Das steht fest.
Und, so k[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ] »Handelsblatt«, so steht das auch in diversen Studien, die wiederum die Grundlage für Reiches »Monitoringbericht« sind. Bestellt hat Reiche den Bericht beim Energiewirtschaftlichen Institut (EWI) an der Universität zu Köln und der Beratungsfirma BET Consulting. Dem EWI wird »[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ] wie RWE und E.ON nachgesagt«, denn die haben es [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]. Reiche zog das Institut bei der Auftragsvergabe auch den Fachleuten der Bundesnetzagentur und denen des eigenen Ministeriums vor, was [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ].
Die Studien, die der EWI/BET-Bericht zusammenführen soll, sind teilweise angreifbar, wie der Energieexperte Tim Meyer in einer [url>=https://www.germanwatch.org/de/93225]Kurzstudie für die Organisation Germanwatch[/url] konstatiert: Einige der einbezogenen Studien, nämlich jene, die von Unternehmen oder Industrieverbänden mit eigenen Interessen in Auftrag gegeben wurden, machen ihre Grundannahmen etwa über Preisentwicklungen gar nicht transparent, ziehen aber trotzdem weitreichende Schlussfolgerungen.
Einige der Studien zielen auch gar nicht darauf ab, die [urll=https://www.spiegel.de/ausland/hitzewelle-in-suedeuropa-waldbraende-und-wasserknappheit-in-der-tuerkei-schutzmassnahmen-in-italien-a-6912a28c-198a-46f8-9733-2a933eaac11b]Klimaneutralität Deutschlands bis 2045[/url] tatsächlich zu erreichen – die ist aber festgeschrieben, aus gutem Grund. Und man merkt oft, was die Auftraggeber wollten: »Den Szenarien von EnBW, BDI und McKinsey ist eine deutliche Präferenz der Auftraggeber für blauen Wasserstoff gemein, bei EnBW und McKinsey zudem für einen massiven Ausbau von Gaskraftwerken«, schreibt Tim Meyer.
Vertagt statt gespart
Gleichzeitig gibt »wie McKinsey auch das EnBW-Szenario keinerlei Hinweise oder angenommene Kostenstrukturen an, weshalb ein so massiver Ausbau von Gaskraftwerken ökonomisch vorteilhaft sein soll«, so Meyer. Diese beiden »Studien«, die von McKinsey und EnBW, wurden medial mit viel Tamtam verbreitet: Dreistellige Milliardensummen würden sich angeblich sparen lassen, wenn man nur ein bisschen langsamer macht. Tatsächlich aber sieht es bei Licht betrachtet so aus, als werde nicht gespart, sondern vertagt. Und Trödeln ist bei disruptiven globalen Entwicklungen eine sehr schlechte Idee. Bei einer globalen Katastrophe auch.
Meyer formuliert es diplomatisch: »Es ist weder belegbar noch widerlegbar, dass das Szenario-Ergebnis von EnBW damit zusammenhängt, dass EnBW als Betreiber von Gaskraftwerken ein Geschäftsinteresse in diesem Feld hat.« Man könnte auch sagen: Wer zahlt, schafft an. Warum solche interessengeleiteten Szenarien überhaupt in einen für die Regierung hergestellten Bericht einfließen, bleibt offen. Selbst die neutraleren Studien lassen jede Menge Faktoren außer Acht, etwa die enormen Vorteile, die eine Standardisierung in den Aberhunderten lokalen Verteilernetzen bringen könnte, ebenso wie Smartmeter und eben die rapide fallenden Preise für Stromspeicher. Dezentrale, flexible Lösungen sind attraktiv für viele – aber nicht für die großen Stromkonzerne.
Und doch sehen selbst die industrienahen Szenarien einen zügigen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und ein deutliches Wachstum des Strombedarfs vor. Das »Handelsblatt« zitiert auch eine brandneue Studie des Beratungsunternehmens Path to Zero. Darin steht als erste Schlussfolgerung: »Ein gebremster Ausbau der erneuerbaren Energien steigert die Strompreise kurz-, mittel- und langfristig und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, insbesondere der energieintensiven Industrien. Ein konsequenter EE-Ausbau kann im Gegensatz die Verbraucher um bis zu 270 Milliarden Euro entlasten.«
Denken Sie daran, wenn Katherina Reiche in zwei bis drei Wochen das Gegenteil behauptet.
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[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
Ich weiß ja nicht. Vielleicht sollte sich Gas Kati ja bei der Administration Trump bewerben. Die ignoriert ja genauso wissenschaftliche Erkenntnisse.
Das Böse dabei ist aber, dass wir die Strompreise zahlen müssen und weniger die Industrie.
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Die folgenden 4 Mitglieder haben sich bei Draalz bedankt:
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17.08.25, 12:56
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#2
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working behind bars
Registriert seit: Apr 2013
Beiträge: 3.222
Bedankt: 13.795
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Zitat:
Zitat von Draalz
Vielleicht sollte sich Gas Kati ja bei der Administration Trump bewerben.
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Eine Connection scheint es ja schon zu geben:
[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
Frau Reiche inszeniert sich ja auch auf anderen Feldern als neoliberale Speerspitze dieser Regierung.
Sehr unangenehm, aber Merz hat sie dahin gesetzt.
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Die folgenden 3 Mitglieder haben sich bei Uwe Farz bedankt:
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17.08.25, 13:50
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#3
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: May 2014
Beiträge: 137
Bedankt: 322
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das "k" in cdu steht für kompetenz.
gerade einmal 100 tage sind vorbei und was blackrock fritze, corruptus Spahn, grenzen alex, gas kati, metzger alois, lobby glöckner und co. bisher gezeigt haben, übertrifft meine befürchtungen.
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Die folgenden 3 Mitglieder haben sich bei Ace2Pinky bedankt:
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19.08.25, 13:00
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#4
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Profi
Registriert seit: Feb 2013
Beiträge: 1.848
Bedankt: 3.690
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Naja, hatten wir bei der CDU schon mal und geaendert hat sich nix. Peter Altmaier hat die Energiewende schon vor Jahren erfolgreich verhindert
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Diskutiere nie mit einem Idioten, denn wenn du dich auf sein Niveau herabläßt, schlägt er dich mit seiner Erfahrung.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei gerhardal:
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19.08.25, 15:51
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#5
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Newbie
Registriert seit: Jan 2011
Beiträge: 58
Bedankt: 43
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Die Politik der letzten 25 Jahre hat dazu geführt, dass wir in Deutschland die höchsten Strompreise Europas haben. Das ist für mich das Kernproblem:
Dadurch rechnen sich Wärmepumpen bei schlecht gedämmten Immobilien nicht und auch keine E-Autos, die nicht heimisch geladen werden können.
Was hat die Politike getan? Erdöl und Gas verteuert (und in etwa 16 Monaten kommt vermutlich ein Kostenturbo), Subventionen bei Wärmepunpen und E-Autos, die bei den leeren Kassen nicht mehr zu finanzieren sind. Im Grunde wird hier die Marktwirtschaft ausgehebelt mit dem Effekt, dass viele notwendige Investitionen aufschieben.
Die CxU stellt sich ohne Frage maximal dämlich an, vor allem, dass so ziemlich alle Wahlversprechen erst einmal vertagt oder aufgehoben sind. Das ganze bei maximal unfähigen Politikern a la von der Leyen etc.
Nur, was ist die Alternative? Wie bekommt man die Energiewende so hin, dass man den Großteil der Bevölkerung mitnimmt?
So wie es jetzt läuft führt das zu noch mehr Politikverdrossenheit und einem weiteren Erstarken von rechts und links außen.
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19.08.25, 16:37
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#6
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Agnostiker
Registriert seit: Dec 2009
Beiträge: 4.459
Bedankt: 4.875
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Zitat:
Zitat von Herman2010
Die Politik der letzten 25 Jahre hat dazu geführt, dass wir in Deutschland die höchsten Strompreise Europas haben. Das ist für mich das Kernproblem:
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Nicht, dass wir "mit" die höchsten Preise in Europa/Welt hätten, aber diese unsachlichen Behauptungen rauben mir direkt den Anreiz weiterzulesen. Es tut doch keinem weh mal zu googeln, bevor man solch eine Mittelung raushaut.
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Der Klügere gibt nach... deshalb regieren die Dummen die Welt
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei eitch100:
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19.08.25, 19:07
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#7
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Mitglied
Registriert seit: Jan 2015
Beiträge: 419
Bedankt: 308
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Zitat:
Zitat von Herman2010
Die Politik der letzten 25 Jahre hat dazu geführt, dass wir in Deutschland die höchsten Strompreise Europas haben. Das ist für mich das Kernproblem:
Dadurch rechnen sich Wärmepumpen bei schlecht gedämmten Immobilien nicht und auch keine E-Autos, die nicht heimisch geladen werden können.
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hy,
bei schlecht gedämmten Immobilien werden sich Gas & Öl aber noch weniger rechnen weil diese immer teurer werden oder meinste die warmen Moleküle von Öl- und Gasheizungen sind dicker als von WP und bleiben in einer schlecht gedämmten Immobilie drin?
cu Mx
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei MerZomX:
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19.08.25, 23:19
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#8
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Newbie
Registriert seit: Jan 2011
Beiträge: 58
Bedankt: 43
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@eitsch100: Vielleicht liest Du meinen Beitrag doch genau, bevor Du kommentierst. Ich schrieb nirgends von Preisen außerhalb Europas. Innerhalb Europas sind wir Spitzenreiter. Das ist leider Fakt, da hilft auch eine Google Suche nichts.
@Merzomx: Genauer leser hilft: Ich schrieb bereits, dass die Preise 2027 vermutlich noch einmal massiv steigen werden. Allerdings ist dies eine rein politische Entscheidung.
Dämmt der Hausherr seine vermietete Immobilie, dann steigen auch die Mieten, denn diese Kosten sind umlegbar. Wohnt der Eigentümer selbst in seiner Immobilie bleibt er auf den Mehrkosten sitzen.
Ich bin sehr gespannt, wie die Politik dies den Bürgern dann vermitteln wird. Wage zu mutmaßen, dass die politischen Ränder davon ungeheuer profitieren werden, was mir Sorgen bereitet.
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Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei Herman2010 bedankt:
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20.08.25, 07:33
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#9
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Master of Desaster
Registriert seit: Dec 2014
Beiträge: 4.304
Bedankt: 3.404
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Gut, wenn man sich den Verlauf anguckt, wenn man schon die letzten 25 Jahre hier einzementieren will, so hiess es einst:
Wir brauchen Windraeder..denn die Transformation zu erneuerbarer Energie, wird neben dem Selbstzweck auch spaeter ein Vorsprung einer deutschen Industrie passend dazu sein, wenn andere Laender in Folge, die Sinnhaftigkeit erkennen.
Diesen Wandel werden wir auch brauchen, das manch klassiches Wirtschaftsfeld den Neuerungen weichen wird oder eben obsolet wird.
Dann wird Deutschland der Lieferant fuer die Welt!
So der Teno.
Gesagt getan. Zuerst aber muessen alle Proteste, Bauruecknahmeklagen und sonstige Hemnisse abgearbeitet werden.
Dauer= Jahrzehnte. In der Zwischenzeit siedeln die Hersteller um. Bis das messbar Ertraege einfaehrt,; das kann ja man noch dauern, neben stetig steigenden Kosten.Ich weiss, jetzt werden wieder die Schreier um die Ecke kommen, daas ein Ergebnis des unsaeglichen Kapitalismus ist; liquide zu sein.
Kohleabbau muss, neben Atomkraft seine Notwendigkeit verlieren, was ja ideologiisch nicht unvernuenftig ist.
Das sind die typ. sichtbaren Marker im eigen Land, waehrend man andere Betriebsstoffe halt guenstig zukaufen konnte.So lange es warm ist im Winter ist, sollte man nicht klagen sollen.
Hat doch auch kaum jemand geklagt, bis es zum Versorungsnotfall wurde.
Spaeter gesellte sich so langsam die Solartechnik dazu. Eingangs noch verhaeltnismaessig teuer, wie das ebeno bei technischen Neuerungen ist.
Massentauglichkeit war noch nicht gegeben in Bezug auf bezahlbar fuer Jeden.
Den Verlauf kann jeder selbst erlesen. Wieviele Solarzellenhersteller haben wir noch im Laendle?
Woher stammt die mittlerweile der immer billiger werdende Hardware dazu?
Ferner: Jetzt geben wir allenernstes bald Jedem die Moeglichkeit selbst zu produzieren, ohne Ruecksichtnahme auf die etablierten Versorger?
Heikles Spiel 
Gewisse Vetraglichkeiten, die ueber Jahre laufen, mit den Anbietern,muessen auch bedient werden.
Das Netz; ein Schwerpunkt; erweitern wir im Handumdrehen, so wie in China. Hundert Bagger; 3 Naechte und BW z.B hat endlich die notwendige Trasse und Ausgleichnetzspeicher. So koennte man sich das vorstellen mit viel Phantasie. Da gibt es den politischen Willen; in China, weil auch protestarm
Der Verbraucher, der allgemein das Geld abends mit der Schubkarre in den Keller buxiert, ihr alle hier ja auch, muss halt mal was aus dem Keller wieder entnehmen um den Neuverordnungen umfangreich gerecht zu werden.
Ulli und Ute; 68 und 72 haben zu wenig Kohlen im Keller.
Wie nehmen wir die denn nu noch mit?
Marvin und Lene, die gerade unter Ihrem Kredit fuers Haus in juengeren Jahren aechzen, mit Soehnchen Niklas, 4 Jahre alt, gehen einfach zur Bank.
Die machen das schon. Die kennen auch alle Foerderprogramme.
Aus diesem recht kleinen Potpourri suchen wir uns nun analytisch das Beste heraus und verlangen das von Jedem anderen ab, nur nicht von uns selbst.
Gott sei Dank haben wir kein Eigentum.
Sicherlich stell sich nicht in Frage, welche Interessen im Hintergrund auch zu sehr zweifelhaften Entscheidungen fuehrt.
Fakt ist aber, das Wandel anscheinend doch Zeit & Geld und Entscheidungen, die auch der Buerger anfechten kann, was er auch in manchen Faellen tut.
Das fordert nicht zum Nichtstuen auf, aber nur mit Geplaerr verplempert man viel Zeit.Staendig steigende Kosten, z.B. basiered auf die CO2 Abgabe moegen zwar ein Signal senden, hemmen aber auf der anderen Seite auch das Invest. Machen wir also den Ausverkauf; das ist eine der Konsequenzen.
Geändert von Caplan (25.08.25 um 12:53 Uhr)
Grund: ein Satz war mir abhanden gekommen
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20.08.25, 12:40
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#10
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Agnostiker
Registriert seit: Dec 2009
Beiträge: 4.459
Bedankt: 4.875
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Zitat:
Zitat von Herman2010
@eitsch100: Vielleicht liest Du meinen Beitrag doch genau, bevor Du kommentierst. Ich schrieb nirgends von Preisen außerhalb Europas. Innerhalb Europas sind wir Spitzenreiter. Das ist leider Fakt, da hilft auch eine Google Suche nichts.
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Heißt das, du brauchst keine Google Suche, weil du es weißt oder dass die Google Suche für 2024 deine Theorie bestätigt? Wir sollten mal die Quellen vergleichen...  Und nochmal; ich bestreite nicht, dass wir europa- als auch weltweit MIT die höchsten Preise zahlen! In Q1 2025 sagt mir meine Quelle: Dänemark vor Irland vor Belgien vor Deutschland! Frohes googeln...
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Der Klügere gibt nach... deshalb regieren die Dummen die Welt
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20.08.25, 19:02
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#11
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Mitglied
Registriert seit: Jan 2015
Beiträge: 419
Bedankt: 308
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Zitat:
Zitat von Herman2010
@Merzomx: Genauer leser hilft: Ich schrieb bereits, dass die Preise 2027 vermutlich noch einmal massiv steigen werden. Allerdings ist dies eine rein politische Entscheidung.
Dämmt der Hausherr seine vermietete Immobilie, dann steigen auch die Mieten, denn diese Kosten sind umlegbar. Wohnt der Eigentümer selbst in seiner Immobilie bleibt er auf den Mehrkosten sitzen.
Ich bin sehr gespannt, wie die Politik dies den Bürgern dann vermitteln wird. Wage zu mutmaßen, dass die politischen Ränder davon ungeheuer profitieren werden, was mir Sorgen bereitet.
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hy,
erklärt aber immer noch nicht warum man angeblich dämmen muss wenn man eine WP verbaut hat/ bekommt und nicht wenn man weiter mit Gas/ Öl heizt welche aufgrund des CO2 Preises ja kontinuierlich weiter steigen.
cu Mx
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21.08.25, 08:21
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#12
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Super Moderator
Registriert seit: Oct 2012
Beiträge: 8.181
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Naja, ich lebe in einem Haus von 1740. Es beinhaltet 120qm. Es wurde in den 80er Jahren gedämmt. Die monatlichen Nebenkosten belaufen sich auf 150 Euro. Darin enthalten sind die Heizkosten (Gas).
Natürlich könnte man ein ungedämmtes Haus mit einer Wärmepumpe beheizen, aber sinnvoll ist das nicht, weil eine Dämmung erheblich günstiger sein dürfte, als wenn man sich so einen Brocken einbaut. Dann lieber eine angepasste Wärmepumpe, die weniger Geld kostet und weniger Strom verbraucht.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei Draalz:
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22.08.25, 22:34
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#13
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Profi
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Ein interessanter Artikel mit Interview in NTV hierzu.
Zitat:
POLITIK
Vergangenheit einer Ministerin"Reiche weiß seit 20 Jahren, dass es ohne Gaskraftwerke geht"
21.08.2025, 15:11 Uhr
Am 6. Mai 2025 übernimmt Katherina Reiche das Amt der Bundeswirtschaftsministerin. Es ist das zweite Mal, dass sie der Bundesregierung angehört: Bereits von 2009 bis 2013 war sie als Staatssekretärin im Bundesumweltministerium federführend für die Energiewende zuständig. Hans-Josef Fell saß damals viele Jahre zusammen mit Reiche im Bundestag. Er hat diese Zeit in wenig guter Erinnerung: "Sie hat die erneuerbaren Energien immer als zu teuer kritisiert und den Niedergang der deutschen Solarwirtschaft mitverantwortet", sagt der Mitautor des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im "Klima-Labor" von ntv. Auch für die aktuelle Amtszeit schwant ihm Böses, Fell ist überzeugt: Reiche möchte die Wirtschaft der erneuerbaren Energien unwirtschaftlich machen - heute wie damals.
ntv.de: Sie schreiben in einem Gastbeitrag, dass Katherina Reiche "die Wirtschaft der erneuerbaren Energien unwirtschaftlich machen möchte". Was meinen Sie damit?
Hans-Josef Fell: Katherina Reiche und ich sind 1998 gemeinsam in den Bundestag eingezogen und saßen zusammen unter anderem im Umweltausschuss. Ich habe sie als Politikerin kennengelernt, die mit den erneuerbaren Energien nichts am Hut hat. Sie hat sie immer als zu teuer kritisiert. Von 2009 bis 2013 war sie Staatssekretärin im Bundesumweltministerium unter Peter Altmaier. Das war damals federführend für die Energiewende zuständig. In dieser Zeit wurden die Vergütungssätze für Solaranlagen so drastisch gesenkt, dass der deutsche Markt zusammengebrochen ist. Sie hat den Niedergang der deutschen Solarwirtschaft mitverantwortet.
Was ist damals passiert?
Es gab von 2000 bis 2012 in der Solarbranche einen unglaublichen Aufschwung mit exponentiellem Wachstum. Das kennt man sonst von Produkten wie dem Laptop oder iPhones, die in einer Dekade die gesamte Weltwirtschaft durchdringen. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war auch die Solarwirtschaft auf diesem Weg. Dann haben die fossilen Industrien 2012 eine sehr polemische Kampagne gestartet. Das gipfelte in Plakaten mit der Botschaft: Die Energiewende ist unbezahlbar. Studien haben schon damals belegt, dass die Strompreise ohne erneuerbare Energien höher gewesen wären, aber wie wir heute mehr denn je wissen: Die Wahrheit hilft nicht immer. Wegen dieser Fake News wurde das EEG verändert - und wir haben die Industrieführerschaft in der Solarwirtschaft und weit über 100.000 Arbeitsplätze verloren. Die Solarindustrie ist nach China abgewandert.
Die unrühmliche Rolle von Peter Altmaier bei der Energiewende ist inzwischen weitgehend bekannt. Warum machen Sie Katherina Reiche verantwortlich?
Jeder Minister tauscht sich mit seinem Team aus. Hätte Katherina Reiche als Staatssekretärin Widerstand geäußert, wären die Gesetzesänderungen so nicht gekommen.
Die Senkung der Einspeisevergütung?
Eine feste Einspeisevergütung war die wirtschaftliche Basis für die Funktionsfähigkeit des EEG. Als Abgeordnete haben wir damals mit 5 bis 8 Prozent Rendite kalkuliert - viel weniger als in der Atomwirtschaft und Kohleindustrie. Die haben 20 Prozent angestrebt. Diese Rentabilität war speziell für Banken als Sicherheit notwendig. Viele Menschen haben auf dieser Grundlage Kapital eingesammelt und Bürgerwindparks, Solaranlagen, aber auch Wasserkraft, Biogasanlagen oder Geothermie gebaut. Es gab in allen erneuerbaren Bereichen einen mehr oder weniger starken Aufschwung. Dann wurden die Vergütungssätze unter die Schwelle der Wirtschaftlichkeit gesetzt. Binnen zwei Jahren sind die solaren Neuinvestitionen von sieben Gigawatt auf ein Gigawatt eingebrochen.
Ist die gute Nachricht nicht, dass die Erneuerbaren sich trotzdem am Markt durchgesetzt haben?
Ja, weil China in seinen Städten einen sauberen Himmel wollte und das EEG kopiert hat. Heute ist Peking Weltmarktführer in der Elektromobilität, bei Batterien und Solaranlagen. Und wir? Haben immer noch keinen freien und fairen Markt. Die fossile Wirtschaft wird allein mit Steuergeldern in Höhe von 70 Milliarden Euro unterstützt.
In welcher Form?
In unterschiedlicher. Das neueste Modell hat das Kabinett gerade erst geschaffen: Die Gasspeicherumlage wird künftig aus dem Haushalt bezahlt. Das sind weitere 3,4 Milliarden Euro für die Gaswirtschaft, obwohl Gaskraftwerke, Kohlekraftwerke und Autos für viele Lungenerkrankungen verantwortlich sind. Es herrscht ein Ungleichgewicht: Konventionelle Energieversorger werden von Schadenskosten befreit; Erneuerbare erhalten keinen Ausgleich dafür, dass sie sauber sind. Die Einspeisevergütung zählt übrigens nicht einmal als Subvention, wenn sie aus dem Strompreis bezahlt wird - das hat der Europäische Gerichtshof nach einer Klage der Energieversorger festgestellt. Leider hat die Ampel den dramatischen Fehler begangen, die EEG-Umlage vom Strompreis zu lösen.
Mit der EEG-Umlage wurde die Einspeisevergütung finanziert und somit der Ausbau der Erneuerbaren. Inzwischen erfolgt die Finanzierung über den Bundeshaushalt.
Ja, auf Betreiben von Finanzminister Christian Lindner. Dessen FDP wollte die Einspeisevergütung schon 2012 abschaffen, als sie mit der Union regiert hat, weil die Kosten angeblich zu hoch waren. Jetzt belasten die Ausgaben den Bundeshaushalt.
Ein Grund für die Umstellung sind aber auch die steigenden Energiekosten gewesen. Deshalb war man auch so stark am günstigen russischen Gas interessiert. Dafür kann doch Katherina Reiche nichts.
Diese Debatte war schon immer schief. Im Energiesektor zählt der Grundsatz: Energie muss möglichst umweltfreundlich und wirtschaftlich sein und man muss Versorgungssicherheit garantieren können. Wir haben gesehen, wie "sicher" russisches Erdgas ist. Wer sich in solchen Fragen in Abhängigkeiten von autokratischen Ländern begibt, muss damit rechnen, dass Energie als Waffe eingesetzt wird.
Diese Entscheidung war sicherlich kurzsichtig, aber der Anspruch war doch: Wir möchten möglichst günstige Energie.
Und wie man sieht, ist das eine isolierte Betrachtung. Man darf die Energieversorgung nie nur über Preise für Kilowattstunden oder Kubikmeter diskutieren, sondern muss ganzheitlich auch die Kosten für Umweltschutz und Klimaschutz beachten. Erdgas wäre auch deutlich teurer, wenn Klimaschäden einkalkuliert werden müssten, aber die zahlt am Ende die Gesellschaft. Sie sehen doch, wo es überall in Europa brennt …
Aber Katherina Reiche unterstützt doch nicht den Klimawandel …
Sie denkt in diesem Punkt definitiv anders als ich. Jeder, der sich mit den Ursachen von Hitzewellen, Starkregen oder dem steigenden Meeresspiegel beschäftigt, weiß, dass das durch Kohlenstoffdioxid, Methan und andere Klimagase verursacht wird. Die Atmosphäre ist bereits massiv überlastet. Wie kann der Rückschluss daraus sein, dass man weitere Gaskraftwerke ausschreiben und Emissionen verursachen möchte?
Weil die Bevölkerung auch während einer Dunkelflaute eine sichere Stromversorgung erwartet. Die Alternative wäre, die noch schmutzigeren Kohlekraftwerke laufen zu lassen.
Man weiß seit 20 Jahren, dass es anders geht: Dem Forschungsausschuss des Deutschen Bundestag wurde bereits 2010 vom Büro für Technikfolgenabschätzung ein Gutachten vorgelegt, wie man die Versorgung in Dunkelflauten sicherstellen kann. Da stand alles drin. Katherina Reiche saß damals mit mir im Forschungsausschuss. Das Gute ist: Die Vorschläge wären schnell umgesetzt.
Wirklich?
Ja, mit einem Mix aller erneuerbaren Energien: Bioenergie kann flexibel Strom und Wärme liefern, auch im Winter. Wasserkraft ist genauso flexibel, Geothermie auch. Zusätzlich benötigen wir viele Speicher.
Aber die haben wir ja nicht
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Das ist doch aber ein Fehler der Vergangenheit! Frau Reiche sollte endlich ein Gesetz erlassen, damit Netzbetreiber Speicher bauen können! Dann könnten sie gleichzeitig die teuren Schwankungen im Netz ausgleichen. Hätten wir in Deutschland Smart Meter, könnten wir auch Wärmpumpen dann betreiben oder das E-Auto dann laden, wenn viel Strom im Netz ist und so für Entlastung sorgen. Die Potenziale sind da, das ist alles längst durchgerechnet. Aber diese Möglichkeiten werden nicht richtig unterstützt. Stattdessen sollen teure Gaskraftwerke gebaut werden.
Zwischen den Regierungen von Angela Merkel und der Regierung von Friedrich Merz war allerdings Robert Habeck Wirtschaftsminister. Der wollte auch Gaskraftwerke bauen. Die Flüssiggasterminals sind sogar schon fertig.
Das stimmt. Wir Grüne haben auch intern kritisiert, dass er die Abhängigkeit von Erdgas nicht reduziert, sondern sie mit den Flüssiggasterminals von Russland nach Katar oder in die USA verschiebt. Ich weiß nicht, ob Donald Trump verlässlicher ist als Wladimir Putin.
Ist Habeck an der Gasindustrie gescheitert?
Robert Habeck wollte schnellstmöglich die deutsche Energieversorgung sichern. Leider hat er als Lösung hauptsächlich neues Erdgas gesucht, statt sich mit Alternativen zu beschäftigen. Man hätte auch Biomethan in die Erdgasnetze einspeisen können. Außerdem sinkt der Energieverbrauch drastisch, wenn man Altbauten mit einer Einblasdämmung ausstattet und auf Wärmepumpen setzt. Die wollte Habeck, aber das hat die FDP mit der "Bild"-Zeitung und anderen zerschossen.
Sind wir insgesamt auf dem richtigen Kurs? Derzeit wartet alles auf das Energiewende-Monitoring von Katherina Reiche. Ein Teil der Energiebranche fürchtet, dass der Ausbau der Erneuerbaren anschließend abgewürgt werden könnte.
Wenn ich mir die starke Temperaturerhöhung der Erde anschaue, müssten wir eigentlich bereits in zehn Jahren komplett bei 100 Prozent erneuerbaren Energien stehen. Das ist weder das Ziel der alten Bundesregierung noch der neuen. Also sollten wir zumindest richtig klotzen. Katherina Reiche spricht stattdessen davon, dass sie den "Business Case für erneuerbare Energien nach unten bringen" möchte, weil der Netzausbau nicht hinterherkommt. Aber warum bauen wir überhaupt zu unglaublichen Kosten eine Stromleitung unter der Erde nach Süden? Weil Bayern und Baden-Württemberg kaum Windräder gebaut haben. Gäbe es die, müssten wir den Windstrom nicht von Nord nach Süd transportieren.
Frau Reiche sollte mal mit Markus Söder Tacheles reden. Das tut sie nicht. Stattdessen sägt sie an den Grundfesten des EEG und möchte die Einspeisevergütung für private Solaranlagen abschaffen. Ein Solarhandwerker aus meiner Umgebung hat schon jetzt keine Aufträge mehr. Das ist katastrophal.
Aber Solarenergie ist doch ein wettbewerbsfähiges Produkt.
Teilweise. Eigenheimbesitzer werden sich auch in Zukunft Eigenstromverbrauchsanlagen aufs Dach setzen. Das ist mit Abstand der billigste Strom, den sie beziehen können. In Kombination mit einem Speicher kann man den Bedarf von teurem Netzstrom um bis zu 80 Prozent senken. Eigenheimbesitzer decken aber nicht nur ihren Bedarf, sondern helfen dem Gesamtsystem - etwa der Industrie, die den teuren Erdgasstrom nicht ganz so einfach ersetzen kann. Deswegen benötigen wir auch in Zukunft große, private Dachanlagen. Ohne Einspeisevergütung wird das nicht gehen. Alle jammern, dass mittags um zwölf zu viel Solarstrom eingespeist wird. Richtig, das ist ein Problem - das man mit den genannten Vorschlägen lösen kann. Was schlägt Frau Reiche vor? Gar nichts.
Auch die Wahlergebnisse zeigen aber einen gewissen Widerstand gegen die Erneuerbaren. Die Energiepreise waren im Wahlkampf ein großes Thema, die Union hat mit ihrer Position nicht hinter dem Berg gehalten. Auch Katherina Reiche ist sich anscheinend über die Jahre treu geblieben.
Wahlkampf macht man mit Äußerungen, die man nicht belegen muss. Herr Söder hat davon gesprochen, dass er neue Atomkraftwerke bauen und die Laufzeiten der alten verlängern will. Er hat sogar behauptet, dass die Wiederinbetriebnahme der abgeschalteten Atomkraftwerke jederzeit und ohne großen Aufwand möglich sei. Das hätten ihm die Betreiber gesagt. Martin Stümpfig, der energiepolitische Sprecher der Grünen im bayerischen Landtag, hat nachgeforscht und die Unterlagen der AKW-Betreiber verlangt. Dann musste die bayerische Landesregierung zugeben, dass es keine gibt. Das war eine glatte Lüge von Herrn Söder. So wird auch bei den Erneuerbaren und Ökostrom Wahlkampf geführt.
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Für mich zu 100 % nachvollziehbar
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Diskutiere nie mit einem Idioten, denn wenn du dich auf sein Niveau herabläßt, schlägt er dich mit seiner Erfahrung.
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Die folgenden 5 Mitglieder haben sich bei gerhardal bedankt:
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25.08.25, 12:52
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#14
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Master of Desaster
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Bedankt: 3.404
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ich sag mal jain. Nicht alles was in dem Bericht steht ist nachvollziehbar.
Zitat:
st Habeck an der Gasindustrie gescheitert?
Robert Habeck wollte schnellstmöglich die deutsche Energieversorgung sichern. Leider hat er als Lösung hauptsächlich neues Erdgas gesucht, statt sich mit Alternativen zu beschäftigen. Man hätte auch Biomethan in die Erdgasnetze einspeisen können. Außerdem sinkt der Energieverbrauch drastisch, wenn man Altbauten mit einer Einblasdämmung ausstattet und auf Wärmepumpen setzt. Die wollte Habeck, aber das hat die FDP mit der "Bild"-Zeitung und anderen zerschossen.
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Wer das in so kurzer Zeit hinbekommen haette, darf sich bei mir melden.
Zaubern kann ich selbst, aber hexen waere eine schoene Ergaenzung.
Da laeufts dem Schreiberling doch etwas an der Realitaet davon.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei Caplan:
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20.08.25, 16:33
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#15
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working behind bars
Registriert seit: Apr 2013
Beiträge: 3.222
Bedankt: 13.795
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Euer Strompreisgeplänkel ist in diesem Thread wenig hilfreich.
Frau Reiche wird als Gas/Öl Lobbyistin schon dafür sorgen, dass D wieder unangefochten an der Strompreisspitze liegt.
Sie arbeitet die Agenda ab, die die Konzerne Kanzler Merz auferlegt haben.
Aktuell wird über die Streichung staatlicher Förderung für Wärmepumpen nachgedacht.
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Die folgenden 4 Mitglieder haben sich bei Uwe Farz bedankt:
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20.08.25, 18:57
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#16
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Master of Desaster
Registriert seit: Dec 2014
Beiträge: 4.304
Bedankt: 3.404
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Heisst unter dem Strich. foerdern und fordern, welch ungleiche Geschwister.
Vorhang auf fue die naechsten Storyteller
( ich habs nich wirkilch verstanden, aber diese angebliche Berufsgruppe gibt es mittlerweile)
Ich ziehe vor jede, den Hut, der es in seinem Stil, mit mehr oder weniger Kasse auf sicht: schlicht-tut. Es sind Gott sei Dank nicht alle doof oder ferngesteuert.
Und wenn es nur peu a peu ist.
Geändert von Caplan (21.08.25 um 07:49 Uhr)
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