Moin,
zwei Sachen finde ich merkwürdig an der Sache.
Sind "linker Protest" und "linke Gewalt" denn wirklich das gleiche? Wer (IMHO zu Recht) gegen unser verkorkstes Bildungssystem protetiert hat meine ganze Sympathie. Aber was hat es denn mit Protest gegen das Bildungssystem zu tun wenn eine Mülltonne angezündet wird? Ist die etwa Schuld daran? Welche Aussage steht dahinter wenn im Rahmen eines Studentenprotestes (oder was auch immer) ein Auto angezündet wird, dessen Besitzer man nicht mal kennt?
Solche Taten schaden der Sache um die es den ehrlichen Protestteilnehmern geht so sehr, das man vermuten könnte die Chaoten sind von "Gegenseite" bezahlt. Und so geht die Diskussion über die Berechtigung und mögliche Unterstützung für die Protestierenden wieder einmal in den Berichten über die Randalierer unter. Sie lernen es nicht. Aber es ist ihnen auch egal. Bildungspolitik, Globalisierung oder was sonst das Thema ist geht ihnen am Arsch vorbei. Hauptsache seinem Frust über das Wissen des eigenen Totalversagens mal wieder Luft machen.
Das zweite was mich wundert sind die Berichte über die Brutalität der Polizei. Es ist gar keine Frage das der eine oder andere Polizist mal die Nerven verliert und den Rahmen des erlaubten verlässt. Ich bin mir nicht sicher wie ich, nachdem ich mit Steinen und Molotowcocktails beworfen und beschimpft wurde, reagieren würde.
Auch wenn ich dafür Prügel beziehe sage ich folgendes. Der gezielte Wurf mit einem Faustgrossen Stein auf einen Polizisten ist für mich ein versuchter Mord. Und ein lebensbedrohlicher Angriff auf einen Polizisten rechtfertigt meiner Auffassung nach den Einsatz der Schusswaffe. Auf einen auf die Polziei geworfenen Molotowcocktail würde ich entsprechend antworten. Aber anstatt froh zu sein das die Polizei nicht mal mit gleicher Münze zurückzahlt flennen sie das Internet voll mit "Aua der böse Polizist hat mich gehauen und mit dem Fuss getreten hat er mich auch" Ich wollte das Gewimmer gar nicht erst hören wenn die Polizei auch mal Steine schmeissen wüde. Wenn ich schon das "Aua Hilfe Mamma" Geblöke höre wenn sie mal einen festgenommen haben. Und dann noch "Ich war das nicht ich gehe immer mit Sturmhaube Blumen für Mutti kaufen" Solche Jammerlappen. Und sich dann auch noch "Kämpfer" nennen. Aber wenn sie ein fremdes Auto anzünden können und dann schnell weglaufen da rutscht ihnen ein Freudentropfen in die Hose.
Strasenblockaden ja. Ein Fahrradcorso mitten im Berufsverkehr find ich ne gute Sache. Protest muss hörbar sein. Von den Diskussionen unter den Betroffenen kriegt doch keiner was mit. Aber wenn es anfängt Leben und Eigentum unbeteiligter zu verletzen ist Schluss. Und auch dieses "Stop" muss hörbar und vor allen Dingen fühlbar sein.
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