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pauli8
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Standard Rechtsextremismus: Rechte Wanderlust

Zitat:
Rechtsextremismus

Rechte Wanderlust

Für manche Neonazis gibt es nichts Schöneres, als gemeinsam wandern zu gehen. Doch mit Liebe zur Natur hat das wenig zu tun: Dahinter steckt ein bizarrer Ahnenkult.

Von Timo Büchner

20. Mai 2022, 15:30 Uhr



Wandern ist gerade für junge Rechtsextremisten eine beliebte Freizeitbeschäftigung. (Symbolbild). © Jeremy Bishop/unsplash.com

Es ist Mitte November 2021: Junge Männer, ausgerüstet mit Rucksäcken und Wanderschuhen, marschieren in den Schweizer Bergen. Auf der Bergspitze liegt Schnee, durch die Wälder dringt die Sonne. In einem Video sind die Wanderszenen mit ruhigen Wave-Klängen unterlegt. Eine männliche Stimme spricht im Schweizerdeutsch: "Wandern, eine Tradition tief verankert in unserem Kulturraum. Das Erklimmen eines Berges, das Streben nach einem Ziel, die Freude am Prozess, also am Wandern selbst, die Freude an der Tat selbst." Der da spricht, ist ein Mitglied der rechtsextremen Kameradschaft Junge Tat aus der Schweiz. Die Gruppe veröffentlichte das Video nach einer Wanderung im Kanton Glarus.

Die Junge Tat ist Teil der jungen Neonazigeneration. Ihre Mitglieder sind gewaltaffin und machen Kampfsport. Und sie wissen sich zu vermarkten: Berge, Seen und Wälder sind bei Wanderungen die perfekte Kulisse, um den eigenen Gemeinschaftssinn auszustellen. Die Kameradschaft verbreitet Fotos und Videos auf der Chatplattform Telegram. Dort wollen sie vornehmlich junge Männer mit ähnlicher Gesinnung ansprechen.

Auch als Vernetzungsevents sind Wanderungen in extrem rechten Kreisen beliebt: Im August 2020 und Juni 2021 wanderte die Junge Tat gemeinsam mit Mitgliedern der sogenannten Jungen Revolution aus Baden-Württemberg und Thüringen in den Schweizer Bergen. In sozialen Medien veröffentlichten sie danach Fotos, betitelt mit einem vor Pathos strotzenden Text: "Der Schweiß rinnt die Stirn herunter, die Beine werden schwer, die Luft ist bei dir und deinen Kameraden knapp. Schritt für Schritt erklimmt ihr den Berg. Diese Momente der Kameradschaft und des Kraftaufwandes schmieden Zusammenhalt und stärken den Willen."

Verbindung zur Hitlerjugend

Das Wandern hat in der extremen Rechten eine lange Tradition. Die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (Farn) des Verbands NaturFreunde Deutschlands untersucht, wie Rechtsextreme das Thema für sich zu vereinnahmen versuchen. Fachstellenleiter Lukas Nicolaisen erklärt, das Wandern knüpfe an die kulturgeschichtliche Epoche der Romantik und an die sogenannte Bündische Jugend, eine nationalistische Jugendorganisation aus der Zeit vor dem Dritten Reich, an. Nicht zuletzt stellten sich die rechten Wanderer in die Tradition der Hitlerjugend.

Die Vielzahl rechtsextremer Wandergruppen, die mittlerweile aktiv ist, pflegt das Image des harmlosen Wandersmanns. Doch das ist eine Fassade, wie das Beispiel der Deutschen Wanderfalken zeigt. Die Vereinigung wurde im Spätherbst 2020 im baden-württembergischen Aalen gegründet. Kurz nach der Gründung schrieb sie auf Telegram über den "epochalen Zerfall" und die "Kämpfe der Jetztzeit". Schwülstig hieß es dort außerdem: "Die Schlachten, die derzeit geschlagen werden, sind die Zuckungen schwacher, kränklicher Menschen, Völker. Der größte Feind ist in uns. Trägheit, Genusssucht, Völlerei, Konsumsucht und vieles mehr sind die Unwerte."

Das Gegenstück dazu: der Mensch auf dem Streifzug durch die unschuldige Natur, besonders den Wald. Dieser nämlich sei "eine Projektionsfläche für modernitätskritische, nationalistische, rassistische und biologistische Ideologien", sagt Farn-Leiter Nicolaisen. Er symbolisiere die "germanischen" Wurzeln und die deutsche Heimat.

Antisemitismus und Rassendiskussionen

Die rechtsextremen Vorstellungen der Wanderfalken werden im öffentlichen Telegram-Kanal der Wandergruppe deutlich. Die zugehörige Chatgruppe hat knapp 200 Mitglieder. Unter den Mitgliedern sind Anhänger der AfD und der Neuen Rechten, aber offenbar auch Neonazis. Sie tragen Namen wie "kreuzritter88" und "Whiteknight8148", die neonazistische Zahlencodes enthalten.

Die Eigentümer betonen zwar, "rechtswidriges und provokatives Verhalten jeder Art" werde "nicht geduldet", aber der Kanal strotzt vor Antisemitismus, Rassismus und NS-Glorifizierung. Mitglieder bewerben rechtsextreme Bücher, Musik und Telegram-Kanäle. Und sie machen aus der Sympathie zur NS-Ideologie keinen Hehl. So erklärt ein Mitglied, die "Rassenfrage" sei die "Frage der Menschheit". Einige Tage später behauptete derselbe Chatteilnehmer, "internationale Finanzhyänen" – ein antisemitischer Code – "destabilisieren die rassische Grundlage des Volkes" und "rotten unser Volk wirtschaftlich aus".

Das Wandern stiftet offenkundig nur vermeintlich Gemeinschaft – weitaus wichtiger scheint ein gemeinsames Feindbild zu sein. Doch die rechte Einigkeit, sie kann schnell bröckeln. Im August vergangenen Jahres berichteten die Wanderfalken auf Instagram von einem Besuch der Gedenkstätte Walhalla im bayerischen Donaustauf. In dem 1842 errichteten Säulenbau sind deutsche Persönlichkeiten mit Gedenktafeln und Marmorbüsten verewigt. Für die extreme Rechte ist Walhalla eine Art Pilgerort. Dort wird, so die Überzeugung, das germanische Ahnenerbe bewahrt.

Die Besichtigung indes war umstritten: Nachdem ein Mitglied die Gedenkstätte im März 2022 auf Telegram empfohlen hatte, fragte ein anderes, ob dort auch die Geschwister Scholl geehrt würden, die wegen ihres Widerstands gegen das NS-Regime hingerichtet wurden. In der Tat steht dort eine Büste von Sophie Scholl. Jemand anderes schrieb, er werde Walhalla wegen der Büste nicht besuchen. Und ein anderer Teilnehmer ergänzte: "Wenn ich einmal Leiter der Aktion Ahnenerbe werde, rollen wieder Gipsköpfe."
Quelle:

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MunichEast
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Das sollte man nie vergessen, das verbindende Motiv der Rechtsextremen ist es Menschen zu diskriminieren bis hin zum töten aus niederen Beweggründen.
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Draalz (30.06.22)
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