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snaps410 08.12.13 15:20

Rechnungswesen lernen - Grundlagen, Software, Internet?
 
Hallo,

da ich leider 4 Wochen Unterricht verpasst habe in der Berufsschule, musste ich in Rechnungswesen feststellen, dass ich kleine schwierigkeiten habe.

Klassenkamerad konnte mir quasi nur erklären was gemacht wird, aber nicht wieso.

Es geht im moment noch um:

- T-Konten (Kann ich)
- GuV, EBK, SBK konten (Kann ich leider nicht - ich weiß grad mal wofür die Abkörzungen stehen...)
- Ertrags und Aufwandskonten (Ich könnte einfach die Worte benutzen und logisch schlussfolgern, aber wie genau die Konten behandelt und aufgestellt usw. werden wüsste ich trotzdem nicht.)

Kennt jemand eine SOFTWARE, die zum Rechnungswesen lernen entwickelt wurde?

lG & danke

VividStyle 08.12.13 16:23

Habt ihr dazu kein Schulbuch, wo du das nachlesen kannst?

Ansonsten, kopier dir einfach die Aufschriebe und Blätter eines deiner Mitschüler und les und arbeite diese durch.

snaps410 08.12.13 16:45

Leider konnte ich aus dem Tafelbild wenig ableiten.

Die Aufgaben die bearbeitet wurden waren wie normale Bilanzen aufgestellt - dann sollte man T-Konten erstellen und einen Buchungssatz schreiben (Bank an Darlehen, wenn Darlehen abbezahlt wurde mit Überweisung z.B.).

Eine Erklärung war weder im Buch (komplett nur Aufgaben soweit ich weiß, ist soein relativ neues, was normalerweise unterstützend eingesetzt wird - unterstützend zum Unterricht halt, nicht anstelle von) noch im abgeschriebenen Tafelbild.

Ich möchte nächste Woche sowieso viel erklärt bekommen von den Lehrern (falls ich etwas anderes auch nicht verstehe), aber das ist halt das wichtigste. Wollte halt heute den Abend noch lernen und dann vorlernen - am besten mit einer Software, damit ich nicht zu viele Bilanzen erstellen muss, sondern es VERSTEHE, nicht einpauke.

Ich hoffe man versteht was ich meine.

Es muss für mich einen Sinn machen warum etwas geschieht, "es ist einfach so" reicht leider nicht als Grund. :P

lG

rnrlunatic 08.12.13 18:56

Wir hatten im Abitur das Rechnungswesenbuch von Schmolke und Deitermann. Ist alles gut erklärt und dargestellt. Dort war, glaube ich, auch eine CD-ROM zu erwerben.

zero_tolerance 08.12.13 21:02

"Verstehen" ist ein sehr interessantes Wort - aber bei ReWe funktioniert es meist nur mit stupiden wiederholen und machen...

Wollte es damals auch "nur" verstehen, aber nicht 100 mal "das gleiche" machen... hat nicht funktioniert... Erst als ich dann mal ne Zeit lang das Zeug gemacht habe, kam irgendwann die Erkenntnis...

UND wenn du das nicht wirklich verstehst, wirst später ordentlich probleme bekommen wenn es dann an Sachen geht, die darauf aufbauen (also Bilanzen usw) - wenn ihr soweit geht...

Also, nimm dir die Zeit und hau rein ;)

Des weiteren ist mir keine GUTE Software bekannt - auch keine Internetseite...

ElPollo2k13 08.12.13 22:54

guck einfach mal nach den "Dummies"-Büchern da is auch was mit Rechnungswesen und Buchführung dabei. Die sind in der Regel sehr gut geschrieben, leicht verständlich und mich genügend Beispielen die man auch nachvollziehen kann (is ja nicht immer der Fall). Außerdem sind hier und da auch ein paar Tipps und Eselsbrücken drin um sich schwieriges besser zu merken. Also mir hats bei Wirtschaftsmathematik gut geholfen aber man muss auch viel üben sonst kannst du noch so viele Bücher oder Software oder Nachhilfestunden kaufen.

Ehli 09.12.13 08:02

Naja ich könnte dir Einführung in das Rechnungswesen von Schäffer/Poeschel empfehlen, des wird zwar an der Uni verwendet, aber sollte theoretisch für dich genauso gut sein. Da ist alles anahnd von Beispielen und einem "schönen" Fließtext beschrieben und ich denke jeder der das durchmacht wird damit locker ne 1 in der Berufsschule schreiben ^^ die Frage ist eher ob es sich lohnt das zu kaufen wegen der Berufsschule ^^
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und klannst ja auch in Amazon mal schauen, da gibt es auch genügend. Ich denke kurz mal 20 € zu investieren lohnt sich dann schon. Vielleicht gibt es da speziell für deinen Ausbildungsberuf was.

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Erebos76 10.12.13 13:42

Wenn Du nur 4 Wochen verpasst hast, stehen die Chancen noch sehr gut, in die Materie einzusteigen. ReWe hat eine durchweg logische Struktur, wenn Du diese verstehst, bleibt Dir das auswendig lernen von Buchungssätzen erspart. Die Lösungen kannst Du Dir herleiten.

Versuchen wir es mal.

Jeder Kaufmann in der BRD ist nach §238 HGB zur Buchführung verpflichtet. Ausnahme: in zwei aufeinanderfolgenden Rechnungslegungsjahren übersteigt

a) der Umsatz nicht 500 T€
b) der Jahresüberschuss nicht 50 T€

Siehe hierzu §241a HGB. Die handelsrechtliche Buchführungspflicht dient in ihrem Grundzweck dem Gläubigerschutz und der Gewinnermittlung nach einheitlich festgelegten Grundsätzen.

Herausgebildet hat sich dabei nach italienischem Vorbild das T-Konten-Modell, fachlich als Doppik bezeichnet. Jeder Buchungssatz legt sich auf mindestens zwei Konten nieder, wodurch Fehlerquellen vermieden werden sollen.

Grundlage hierzu bildet das Inventar nach §240 HGB, in dem der Kaufmann seine Schulden, Forderungen, Grundstücke, Bestand seines baren Geldes etc. aufzuführen hat. So kann bspw. ein Kaufmann im Inventar "Grundstück Hauptstr. 100 -> 250.000€, Grundstück Nebenstr. 99 -> 150.000€" ausweisen. Jeder Vermögens- und Schuldgegenstand ist also einzeln auszuführen.

Die Bilanz wiederum verkürzt diese Positionen auf ein Konto "Grundstücke und Gebäude" und weist einen Betrag von 400.000€ aus, die Summe aus 250.000€ und 150.000€ also. Daraus kann man schlussfolgern, daß eine Bilanz ein verkürztes Inventar ist.

Etymologisch leitet sich das Wort "Bilanz" aus dem lateinischen "bi" (=zwei, doppel) und "lanxia" (=Schale) ab - sie entspricht also einer Waage. Auf der rechten Seite der Bilanz werden alle aktiven Bestandskonten aufgeführt, die Vermögenswerte des Unternehmens also. Auf der linken Seite werden die passiven Bestandskonten aufgeführt, die Schuldenseite des Unternehmens.

Man kann also sagen, daß die Vermögenswerte der Aktivseite (wie bspw. Fuhrpark, Technische Anlagen und Maschinen, Grundstücke und Gebäude etc.) mit den finanziellen Mitteln der Passivseite (wie bspw. Eigenkapital, Darlehen, Hypotheken etc.) finanziert wurden. Womit wir wieder beim Wort "bilanxia" wären, die Summe beider Seiten muss zwingend gleich hoch sein.

Insofern spricht man bei der Passivseite der Bilanz von der Kapitalherkunftsseite, bei der Aktivseite von der Kapitalverwendungsseite.

Der Kaufmann muss nach §239 II die Eintragungen in den Büchern richtig, zeitgerecht, vollständig und geordnet vornehmen. Daraus lässt sich herleiten, daß jede Änderung des Vermögens und/oder der Schulden buchhalterisch erfasst werden muss. In der Praxis bedeutet das, Buchungssätze zu erstellen und Vermögens- und/oder Schuldenänderungen auf den T-Konten festzuhalten.

Vorerst bleiben wir bei Bestandskonten. In Deinem Buch ist ganz am Ende ein Kontenplan, wir sprechen jetzt von Konten der Klasse 0 bis 4. Studiere diesen Plan und Du wirst feststellen, daß die Konten der Klasse 0,1,2 zu den Aktivkonten gehören und die der Klassen 3,4 zu den Passivkonten. Konten der Klasse 8 sind Ergebniskonten wie Eröffnungs- oder Schlussbilanzkonto.

Unterstellen wir doch der Einfachheit halber folgende Situation: ein Kaufmann entnimmt Geld aus der Kasse und kauft damit einen Schreibtisch für 1.399€ beim Möbelhändler seines Vertrauens. Dann geschieht im Prinzip folgendes: sein Bargeldbestand mindert sich (Konto 2880 "Kasse"), und sein Bestand an Bürotischen mehrt sich (Konto 0870 "Büromöbel und sonstige Geschäftsausstattung"). Beides sind aktive Konten, also lautet der Buchungssatz

0870 Büromöbel an 2880 Kasse 1.399€

Der Kaufmann zeigt in seinen Büchern also auf, daß sein Bestand an Büromöbeln erhöht und sein Kassenbestand gemindert wurde.

Dies tut er das ganze, liebe lange Jahr lang und am Ende des Geschäftsjahres ermittelt er die Saldi seiner Konten, also den Anfangsbestand zuzüglich der Mehrungen und abzüglich der Minderungen. Für unseren konkreten Fall würde er also mehr an Büromöbeln und weniger an Kassenbestand ausweisen wie zu Beginn des Geschäftsjahres. Die Saldi aller Konten überträgt er in das Schlussbilanzkonto und hat damit seine Pflicht nach §238 HGB erfüllt. Diese Bilanz ist der Abschluss eines Geschäftsjahres und gleichzeitig Beginn des nächsten Geschäftsjahres, womit wir bei der Eröffnungsbilanz wären.

Schlussbilanz im Jahr t = Eröffnungsbilanz im Jahr t+1

Vielleicht hat Dir das einen Einstieg in die Materie verschafft. Jetzt gleich wollte ich nicht noch zu Aufwandskonten und Erstellung Buchungssätzen kommen, um nicht Deinem Lehrer vorwegzugreifen. Außerdem hab ich auch keine Lust mehr zu schreiben.

Falls Fragen sind - melde Dich ruhig. Viel Erfolg, und bedenke: fortes fortuna adiuvat. :T

M4ttes 10.12.13 23:03

Ich glaube sowas lernst du besser mit einem guten Buch als mit Software. Musst ja relativ viel Lesen um das zu verstehen (und immer wieder hin- und herblättern etc.).

Also um es mal ganz knapp zu halten.

Bestandskonten:

- Bestandskonten haben Anfangsbestände (die aus der Eröffnungsbilanz)
- Aktivkonten mehren sich im Soll, mindern sich im Haben
- Passivkonten mehren sich im Haben, mindern sich im Soll


Erfolgskonten:

- Erfolgskonten haben keine Anfangsbestände
- Aufwandskonten mehren sich im Soll, mindern sich im Haben
- Ertragskonten mehren sich im Haben, mindern sich im Soll.


Du überträgst die Anfangsbestände aus der Eröffnungsbilanz in die T-Konten.

Danach buchst du alle Geschäftsvorfälle durch und überträgst diese ebenfalls in die T-Konten.

Sämtliche T-Konten der Aufwand- und Ertragskonten schließt du über das "Zwischenkonto" GuV (Gewinn und Verlust) ab.

Dieses Konto wiederum schließt du über das T-Konto "Eigenkapital" ab.

Letztendlich schließt du das Eigenkapitalkonto über die Schlussbilanz ab.

Im Endeffekt münden also alle Aufwands- und Ertragskonten im Eigenkapital.
(Erfolgskonten -> GuV -> EK - SBK)

Die übrigen Bestandskonten schließt du direkt über die Schlussbilanz ab.
(Bestandskonten -> SBK).

Ich hoffe ich konnte ein klein bissl Licht ins Dunkel bringen. Ansonsten melde dich nochmal mit konkreten Aufgaben.

Gruß

M4ttes

Jackbelly7 12.12.13 19:01

Activ- wird soll mehr
passiv wird haben mehr

DIDO666 20.12.13 00:47

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davolki 20.12.13 21:36

Zum Thema Bilanz kannst du einfach den Wikipediaartikel lesen, der ist dazu super und sollte locker für Berufsschule ausreichen.

superpam75 13.01.14 09:18

wenn du ein darlehen abbezahlst, heißt der buchungssatz aber nicht "bank an darlehen"... ;)


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